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  • Lebende Urtiere – Wunder am australischen Great Barrier Reef 17.02.13

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    Hochgeladen von Projekt Zukunft

    Ein Film von Mabel Gundlach
    Für Forschungsexpeditionen ist es immer wieder ein attraktives Ziel: Das Great Barrier Reef vor der Ostküste. Ein deutsches Forscherteam ist vor kurzem von einer Expedition in diese Region zurückgekehrt. Sie haben Spektakuläres gefunden: Organismen, die seit mehr als 65 Millionen Jahren existieren und sich kaum verändert haben.30. November 2009. Von der australischen Küstenstadt Townsville aus startet ein Forschungsschiff in Richtung Great Barrier Reef. Der Name der Expedition: Deep Down Under. 15 Wissenschaftler aus Deutschland und Australien sind an Bord. Sie wollen im Meer vor der australischen Küste, an den Riffen des Queensland Plateaus und des Great Barrier Reef, nach besonderen Meeresbewohnern suchen - nach "lebenden Fossilien", wie sie sagen:
    "Die Ökosysteme der Tiefsee am Queensland Plateau haben sich in den letzten Millionen Jahren fast nicht verändert“, erklärt Gert Wörheide; der Geobiologe aus München leitet die Expedition. In dieser Meeresregion gebe es noch Tiere und Pflanzen, die andernorts schon seit dem Mesozoikum vor 65 Millionen ausgestorben sind.



    Faszinierende Kopffüßer
    Für die Forscher, deren Arbeitsplatz sich sonst vor allem im Labor befindet, ist so eine Expedition eine spannende Angelegenheit. Sie hätten sich gefühlt wie früher die großen Entdecker, schwärmt Wörheide. "Und wir waren sehr glücklich, als wir entdeckt haben, was wir erwarteten."
    Erwartet und entdeckt haben sie zum Beispiel Nautilus, das Perlboot: ein exotisches Tier, handtellergroß, das aussieht wie eine Kreuzung zwischen Tintenfisch und Garnele - ein sogenannter Kopffüßer. Nautilus lebt in einem spiralförmigen Gehäuse wie die Schnecke in einem Schneckenhaus; er hat große Ähnlichkeit mit seinen Vorfahren, den Ammoniten. Wie die einst aussahen, weiß man von ihren versteinerten, oft metergroßen Überresten.


    Ein Roboter in der Tiefsee
    Dank Deep Down Under haben die Forscher jetzt die Möglichkeit, lebende Nachfahren der Ammoniten zu studieren. Wörheide: "Dadurch können wir Rückschlüsse darauf ziehen, wie die Organismen damals ausgesehen haben und unter welchen Bedingungen sie im Meer gelebt haben." Mehr Verständnis für die Artenvielfalt auf der Erde: das ist ein Nutzen, den sich die Forscher letztlich von ihrer Arbeit versprechen.
    Einen Teil ihrer Entdeckungen machen sie im flachen Gewässer der Korallenriffe. Für tiefere Regionen kommt ein unbemanntes Tauchboot zum Einsatz: Cherokee, ein Tauchroboter vom Meeresforschungszentrum MARUM in Bremen. Ferngesteurt von Bord des Expeditionsschiffes aus und ausgestattet mit Kameras und Scheinwerfern, kann Cherokee auch in 1000 Meter Tiefe noch im wahrsten Sinne Licht ins Dunkel der Tiefsee bringen.



    Die große Arbeit steht noch bevor
    21. Dezember 2009: Die Reise endet im Hafen von Cairns, 250 km nördlich vom Ausgangspunkt der Expedition. Mehr als 150 Exemplare exotischer Lebewesen haben die Wissenschaftler mitgebracht. Nach drei Wochen Aufenthalt auf hoher See wartet jetzt Jahre lange Arbeit auf sie, zu Hause in ihren Labors.

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